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Alles, was nicht gepflegt wird zerfällt - das gilt auch für FührungBearbeiten

Zerfall ist ein Grundprinzip der weltlichen Ordnung. Zerfall wird definiert als "der Prozess der allmählichen Auflösung". Zerfall ist demnach nichts, das plötzlich geschieht, sondern er ist ein Prozess, der über einen Zeitraum zu beobachten ist.

Typische Beispiele für Zerfall sind die Erosion von Gesteinsformationen durch Witterung, der Alterungsprozess des menschlichen Körpers oder auch der Zerfall eines Gebäudes. Wenn in diesen allmählichen Prozess von außen nicht eingegriffen wird, dann verliert das betroffene Objekt seine Fom oder auch seine Bestimmung.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Erhaltung von Materie in einem gewünschten Zustand die kontinuierliche Zuführung von Energie erfordert. Ohne den Einsatz von Energie lösen sich Objekte über kurz oder lang in ihre Bestandteile auf. Man stelle sich in diesem Zusammenhang eine Ruine vor. Ein früher einmal intaktes Gebäude, welches sich selbst überlassen wurde und über die Zeit zerfallen ist. Die Energie, die erforderlich ist, um einen einmal erreichten Zustand zu erhalten, bezeichnen wir auch als Investition und meinen damit, Geld oder Zeit für die Erhaltung aufzuwenden.

Dieses Prinzip läßt sich auf das Zusammenleben von Menschen übertragen. Die Beziehung zwischen Menschen ist geprägt durch Kommunikation, Nähe und gemeinsame Erfahrungen. Der Aufbau wie auch der Erhalt von Beziehungen erfordert eine Investition durch die an der Beziehung beteiligten Personen, in dem sie Zeit für die Pflege der Beziehung aufbringen..

Was hat dies nun mit Führung zu tun?

Führung basiert auf Kommunikation . Führung erfordert den Aufbau und die Pflege von Beziehungen. Führung erfordert ebenso den Austausch von Informationen. Die Beziehungspflege kann auf unterschiedliche Weisen und mithilfe unterschiedlicher Werkzeuge erfolgen. Entscheidend ist, dass eine Beziehung zwischen dem Führenden und dem Geführten entsteht. Dabei ist Beziehung nicht gleichzusetzen mit Freundschaft. Der Soziologe Max Weber definiert: "Soziale Beziehung soll ein seinem Sinngehalt nach aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch orientiertes Sichverhalten mehrerer heißen."

Alle Beteiligten müssen in diese Beziehung regelmäßig investieren. Ansonsten reduziert sich die Beziehungsintensität zunehmend und die Beziehung löst sich zunehmend auf. Umso seltener der Führende und der Geführte Kontakt miteinander haben, desto unpräziser und damit schwieriger wird der Führungsprozess und desto unsicherer ist die Erreichung des angestrebten Ziels. Dabei gilt es jedoch immer auch die Kompetenz und den Reifegrad des Geführten zu berücksichtigen. Mitarbeiter, die in der Ausübung einer bestimmten Aufgabe kompetent sind, also über Wissen und Erfahrung in der Anwendung verfügen, benötigen weniger Kontakt als Mitarbeiter, die darüber (noch) nicht verfügen.

Die Wege und die Medien, die eingesetzt werden, um Beziehungen zu erhalten und idealerweise zu intensivieren können unterschiedlich sein.

Bei der Beurteilung der Kommunikationswege und -medien ist es bedeutsam Raum und Zeit als Bezugsgrößen zu berücksichtigen. 

Kommunikation zu gewährleisten und Beziehungen zu erhalten erfordert kontinuierliche Investitionen

Es bedeutet Aufwand und erfordert Energie dies sicherzustellen. Das Wissen um die Investition, die erforderlich ist, um Kommunikation sicherzustellen und Beziehungen zu erhalten ist für Führungskräfte von besonderer Bedeutung.

Einmal etablierte Beziehungen verlieren über die Zeit an Intensität. Dies gilt für das persönliche Netzwerk ebenso wie für die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern.

Räumliche und zeitliche Trennung stellen eine große Herausforderung für die Zusammenarbeit dar. Es ist verständlich, dass eine Führungskraft nicht jederzeit zu jeder Person gleich intensiven Kontakt halten kann. Gerade in verteilten Teams mit verschiedenen Standorten und womöglich über mehrere Zeitzonen, ist es von Bedeutung, diesen Aspekt permanent zu berücksichtigen und zu beobachten, wie sich die Beziehungsintensität in der Führung, aber auch zwischen Kollegen und in Arbeitsgruppen entwickelt.

Neben Beziehungen erfordert auch der Erhalt von Wissen immer wieder Investitionen. Wissen veraltet nicht nur, es gerät auch in Vergessenheit. Es ist für jeden Menschen wichtig, immer wieder in den Erhalt und den Ausbau des als erforderlich angesehenen Wissens zu investieren. Gerade für Verantwortliche in komplexen Führungssituationen sollten regelmäßig in die Auffrischung und Erneuerung ihres Führungswissens investieren.

Fazit

Alles, was nicht gepflegt wird, zerfällt. Alles was erhalten werden soll, erfordert Investitionen. In Führungsbeziehungen bedeutet diese Investition vor allem das Aufbringen von Zeit. Virtuelle, verteilte Teams erfordern besonders viel Energie, um die Führungsbeziehung effektiv zu halten. Zudem muss eine Führungskraft in den Erhalt und Ausbau des eigenen Führungswissens investieren. Eine Führungskraft, die dies vernachlässigt, wird ihre Mitarbeiter zunehmen verlieren.

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